Führungen 2022: Beton – Das Material mit Potenzial

Eleganz in Beton: Die 1964–1967 errichtete Johanniterbrücke (E. und A. Schmidt, Ingenieure; Ed. Züblin & Cie. AG u.a.).
Foto: Brühwiler, ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

nach oben

Zum Thema

Beton darf als der Baustoff der Moderne schlechthin gelten. Seinen eigentlichen Siegeszug begann Beton – eine Mischung aus Zement, Kies, Sand und Wasser – in Verbindung mit Eisen bzw. Stahl. Hohe Druck- und Zugfestigkeit, einfache Verarbeitung, beliebige Formbarkeit, Dauerhaftigkeit und Feuerbeständigkeit sowie nicht zuletzt die günstige Verfügbarkeit der Rohstoffe sind bis heute die bestechenden Leistungsmerkmale von Stahlbeton geblieben.

Vorerst waren es experimentierfreudige Konstrukteure und Ingenieure im 19. Jahrhundert, die das Potenzial von Stahlbeton höchst pragmatisch für ihre Zwecke nutzten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen dann moderne Stahlbetonkonstruktionen in die Architektur Einzug zu halten. Eine adäquate Konstruktionsgrammatik, die sich auch am Äusseren eines Gebäudes abzeichnete, bildete sich allerdings erst allmählich heraus. Es war vor allem die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als geniale Ingenieure und innovative Architekten das konstruktive und gestalterische Potenzial von Beton auf beeindruckende Art ausschöpften. Immer mehr begann damals die Vorliebe für schalungsrohen Beton – «béton brut» – das Aussehen vieler Bauten zu prägen.

Mit den Führungen Beton – Das Material mit Potenzial bietet die Kantonale Denkmalpflege anhand ausgewählter Bauten in Basel einen Einblick in die konstruktive und gestalterische Vielfalt beim Bauen mit Beton. Zur Sprache kommen dabei auch Fragen der Sanierung und Restaurierung von Beton, ein aus denkmalpflegerischer und vor allem auch ökologischer Sicht zentrales Thema.

nach oben

Das Programm im Überblick

Vom Caementum zum Spannbeton
Auftakt-Referat zu den Führungen 2022
Dienstag, 26. April, 18–19.30 Uhr
Referent: Jürg Conzett, dipl. Bauingenieur ETH SIA, Conzett Bronzini Partner AG, Chur
Ort: Kleines Klingental, Unterer Rheinweg 26, Grosses Refektorium
Keine Anmeldung erforderlich!

Betonbau in Natursteinverpackung: Der Badische Bahnhof
Donnerstag, 28. April, 18–19 Uhr

Führung: Stephan Kraus und Dirk Schmid, Kantonale Denkmalpflege
Treffpunkt: Beim Turm des Empfangsgebäudes des Badischen Bahnhofs, Schwarzwaldallee 200
Anmeldung & Tickets ab 19. April auf unserer Veranstaltungsseite Basler Baukultur

Pionierhaftes Gesamtkunstwerk: Die St. Antonius-Kirche
Donnerstag, 5. Mai, 18–19 Uhr

Führung: Romana Martić und Frank Löbbecke, Kantonale Denkmalpflege
Treffpunkt: In der Hofdurchfahrt vor dem Haupteingang der St. Antonius-Kirche, Kannenfeldstrasse 35
Anmeldung & Tickets ab 19. April auf unserer Veranstaltungsseite Basler Baukultur

Von der Quaimauer zum Grosssilo: Bauen mit Beton im Rheinhafen Basel-Kleinhüningen
Donnerstag, 12. Mai, 18–19 Uhr

Führung: Klaus Spechtenhauser, Kantonale Denkmalpflege
Treffpunkt: Beim Gelpke-Brunnen, Westquaistrasse 4
Anmeldung & Tickets ab 19. April auf unserer Veranstaltungsseite Basler Baukultur

Kühne Betonschale auf dem Stand der Zeit: Die Markthalle
Donnerstag, 16. Juni, 18–19 Uhr

Führung: Henriette Hofmann und Meike Wolfschlag, Kantonale Denkmalpflege, sowie Barbara Buser, Architektin und Mitglied im Verwaltungsrat der Markthallen AG, Basel
Treffpunkt: Markthalle, Hintereingang, Steinentorberg 20
Anmeldung & Tickets ab 7. Juni auf unserer Veranstaltungsseite Basler Baukultur

Vielfältiger Beton: Die Allgemeine Gewerbeschule und Schule für Gestaltung
Donnerstag, 23. Juni, 18–19 Uhr

Führung: Rebekka Brandenberger und Dirk Schmid, Kantonale Denkmalpflege
Treffpunkt: Bei der Arp-Stele auf dem Schulareal, Vogelsangstrasse 15
Anmeldung & Tickets ab 7. Juni auf unserer Veranstaltungsseite Basler Baukultur

Raumgreifende Betonskulptur: Das Brunnmatt-Schulhaus
Donnerstag, 30. Juni, 18–19 Uhr

Führung: Stefan Bringolf, dipl. Arch. ETH SIA, BRH Architekten, Basel, und Christoph Lehmann, Kantonale Denkmalpflege
Treffpunkt: Zentraler Pausenhof des Brunnmatt-Schulhauses, Ingelsteinweg 6
Anmeldung & Tickets ab 7. Juni auf unserer Veranstaltungsseite Basler Baukultur

Unter einem Baldachin aus Beton: Das Stadttheater
Donnerstag, 18. August, 18–19 Uhr

Führung: Anne Nagel, Kantonale Denkmalpflege, und Mitarbeitende des Theater Basel
Treffpunkt: Vor dem Haupteingang des Theater Basel, Theaterplatz/Theaterstrasse 7
Anmeldung & Tickets ab 9. August auf unserer Veranstaltungsseite Basler Baukultur

Eleganz in Beton: Die Johanniterbrücke
Donnerstag, 22. September, 18–19 Uhr

Führung: Andreas Walz, dipl. Bauingenieur TH SIA, Schmidt + Partner Bauingenieure, Basel, und Till Seiberth, Kantonale Denkmalpflege
Treffpunkt: Unter der Johanniterbrücke, St. Johanns-Rheinweg 81
Anmeldung & Tickets ab 9. August auf unserer Veranstaltungsseite Basler Baukultur

nach oben

Teilnahme nur mit Anmeldung!

Die Teilnahme bei allen Führungen ist kostenlos; die Besucher*innenzahl ist jedoch beschränkt.
Eine Anmeldung mit Print@Home-Tickets ist zwingend erforderlich.
Bitte bringen Sie Ihr Ticket ausgedruckt oder auf Ihrem Smartphone zur Führung mit.
Anmeldefenster: Gemäss Angaben auf unserer Veranstaltungsseite Basler Baukultur. Das Anmeldefenster für die ersten Führungen öffnet am 19. April.
Für das Auftakt-Referat am 26. April im Kleinen Klingental ist keine Anmeldung erforderlich.

Anmeldung & Tickets ab 19. April auf unserer Veranstaltungsseite Basler Baukultur

nach oben

nach oben

Mehr Beton

Massive Betonkonstruktion mit graziler Bekrönung: Kraftwerk Birsfelden, 1953/54 (Hans Hofmann; A. Aegerter & Dr. O Bosshardt AG). Plankopie. gta Archiv, ETH Zürich, Hans Hofmann

Wer noch mehr Lust auf Beton hat, der besuche die Ausstellung «Beton» im S AM Schweizerisches Architekturmuseum. Noch bis 24. April wird hier mit «viel Sinn fürs Detail [...] die imaginierte genauso wie die zementierte Kulturgeschichte des Schweizer Betons» (Sabine von Fischer) präsentiert. Die Schau stellt aber nicht einfach schöne Betonbauten vor, sondern untersucht ebenso vielschichtig wie kritisch das polarisierende Material und seine Rolle im Selbstbild der Schweiz. Dabei werden weitverbreitete Vorstellungen hinterfragt und unerwartete Zusammenhänge aufgedeckt.

nach oben